Laut dem Zentralamt für Statistik GUS tranken die Polen im Jahr 2019 eine Rekordmenge an Alkohol. Ob die berühmten „Kurzen“ (Alkohol in Miniaturflaschen) dafür verantwortlich sind, ist unbekannt. 9,78 – so viele Liter Alkohol, berechnet als reiner Spiritus, wurden im vergangenen Jahr von einem statistischen Polen getrunken. Nach Angaben von GUS stieg der Verbrauch im Vergleich zu 2018 um 0,23 l, was den größten Anstieg seit mehreren Jahren darstellt.
Spirituosenprodukte sind zu einem großen Teil für das Wachstum im Jahr 2019 verantwortlich. Ihr Konsum stieg von 3,3 auf 3,7 Liter (umgerechnet in reinen Spiritus), obwohl z.B. die getrunkene Biermenge zurückgegangen ist. Im Jahr 2019 konsumierte ein durchschnittlicher Pole 97,1 Liter Bier gegenüber 100,5 Liter im Vorjahr. Im vergangenen Jahr widmeten die Medien dem Verkauf von so genannten „Kurzen“, d.h. Wodkas und anderen starken Spirituosen, oft aromatisiert, in kleinen Fläschchen, besondere Aufmerksamkeit. Sind die Kurzen wirklich für Rekordverkäufe von Wodka verantwortlich? Ryszard Woronowicz vom Verband der Arbeitgeber der polnischen Spirituosenindustrie argumentiert, dass dies nicht der Fall sei. – „Die so genannten Kurzen machen schon seit langem etwa ein Drittel des Marktes aus“ – sagt er. Er fügt hinzu, dass die These über den Anstieg des Spirituosenkonsums im Jahr 2019 verfälscht sei. – „Die GUS-Daten sprechen nicht vom Konsum, sondern von der Produktion, berechnet anhand ausgegebener Verbrauchssteuerzeichen“, erklärt er. Auch die Daten von Nielsen zeigen, dass der Anteil der Kurzen im letzten Jahrzehnt dynamisch gewachsen ist, in den letzten drei Jahren hat sich der Anstieg jedoch deutlich verlangsamt.